Lestes sponsa
DE:
Gemeine Binsenjungfer
EN:
Common Spreadwing
Common Emerald Damselfly
FR:
Leste fiancé
IT:
Leste sposo
Verdina boreale
Wissenswertes
Lestes sponsa ist die häufigste heimische Binsenjungfer-Art. Wie für alle Binsenjungfern typisch, hält sie ihre Flügel in Ruhelage meist schräg abgespreizt. Sie ist eine typische Hochsommerlibelle und sieht der selteneren Glänzenden Binsenjungfer (Lestes dryas) sehr ähnlich.
Merkmale
-
Gesamtlänge: 35–39 mm
Eher zierlich gebaut. Grundfarbe metallisch grün, im Alter kupferfarben oder sogar düster erscheinend. Hinterkopf und Pterostigmen dunkel. Letztere können angedeutet einen weissen Rand haben. Die Weibchen sind schwieriger zu bestimmen als die Männchen.
Männchen
Abdominalsegmente S2 (ganzes Segment) sowie S9 und S10 blau bereift. Augen blau, weniger intensiv als bei der Glänzenden Binsenjungfer (Lestes dryas). Untere Hinterleibsanhänge auffällig lang und gerade, stumpf zugespitzt und nicht löffelartig verbreitert.
Weibchen
Ohne blaue Bereifung. Grüne Flecken auf S2 dreieckig, bei der Glänzenden Binsenjungfer (Lestes dryas) viereckig. Hinterleibsende kaum verdickt. Ovipositor reicht nur bis zum Ende von S10.
Jungtiere
Junge Männchen sind weibchenfarbig. Bestimmung muss über die dreieckigen Flecken auf S2 erfolgen.
Belegfoto
M: Libelle von oben, Hinterleibsanhänge möglichst in Detailaufnahme.
W: Libelle von oben, S2 gut sichtbar. Hinterleibsende mit Ovipositor von der Seite.
Verbreitung
Vom südlichen Europa bis Fennoskandinavien durchgehend weit verbreitet und ziemlich häufig.
Auch in der Schweiz weist das Vorkommen nur wenige Lücken auf. Dauerhaft bodenständig ist sie vor allem unterhalb 700 m, sie entwickelt sich aber auch in höheren Lagen und kann bis 2000 m beobachtet werden.
Biologie
Phänologie
Schlupfperiode: Mitte Mai bis Ende Juni. Oberhalb 1000 m Anfang Juli bis Ende August.
Flugzeit: Mitte Juni bis Mitte September. Maximum im Juli und August.
Lebensraum
Gut besonnte, stehende Gewässer mit ausgeprägter Emersvegetation aus Binsen, Seggen, Schachtelhalmen oder Pflanzen mit ähnlichem Wuchs. Bevorzugt werden kleinere, flache Gewässer, allenfalls auch flache Ufer grösserer Gewässer. Weite, offene Wasserflächen werden gemieden. Ein Trockenfallen der Entwicklungsgewässer im Hochsommer oder auch über den Winter schadet der Art nicht.
Lebensweise Imagines
Die Reifungszeit verbringen die Tiere in der Umgebung des Fortpflanzungsgewässers, sie dauert zwei bis vier Wochen. Die Männchen reifen schneller als die Weibchen.
Reife Männchen und Weibchen halten sich tagsüber oft am Wasser auf. Die Paarung findet jedoch meist etwas abseits davon statt. Die Männchen verhalten sich aggressiv und koppeln sich auch an artfremde Weibchen an, besonders der Glänzenden Binsenjungfer (Lestes dryas).
Zur Eiablage fliegt das Paar dann vom Landhabitat ans Gewässer. Die Eier werden im Tandem abgelegt, selten auch allein. In der Regel werden die Eier über Wasser in emerse Pflanzen eingestochen. Das Paar kann dazu auch untertauchen. Die Eiablage dauert ein bis drei Stunden. Manchmal sind mehrere eierlegende Tandems auf kleinem Raum zu beobachten.
Lebensweise Larven
Lestes sponsa überwintert im Eistadium. Die Eier ertragen Temperaturen von bis zu -30°C. Ein geringer Prozentsatz der Eier überliegt ein Jahr, wodurch sich die Generationen überschneiden. Die Larven schlüpfen im Frühjahr. Sie halten sich meist in Schwimmblatt- und Submersvegetation auf. Sie verhalten sich lebhaft, sind gefrässig und aggressiv. Dabei können sie andere Kleinlibellenarten verdrängen. Sind Fische vorhanden, sind sie nachts aktiv. Noch im selben Jahr entwickeln sie sich zur Imago.
Gefährdung & Schutz
In Europa und in der Schweiz ist Lestes sponsa nicht gefährdet (LC).
Gefährdet ist die Art durch das Fehlen oder Verlanden geeigneter Gewässer. Übermässiger Fischbesatz schadet der Art ebenfalls.
Schutzbemühungen sollen sich auf den Erhalt aktueller Populationen fokussieren. Verlandende Gewässer lassen sich für Lestes sponsa regenerieren, indem die Vegetation teilweise, nicht aber vollständig, entfernt wird.
Bei neu geschaffenen Gewässern ist auf Fischbesatz zu verzichten. Neue Gewässer werden nur langsam besiedelt, da sich die Art generell nicht sonderlich schnell ausbreitet.
Status Schweiz
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Rote Liste CH:LC - Nicht gefährdet
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Nationale Priorität:Keine
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NHV:-
Artenschutzblatt
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DE:
Keine
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FR:
aucun
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IT:
nessuno
Ähnliche Arten
Ähnlichste Art ist die viel seltenere Glänzende Binsenjungfer (Lestes dryas), die im selben Lebensraum wie Lestes sponsa vorkommen kann. Zudem kann es zur Verwechslung mit anderen Arten der Familie der Teichjungfern (Lestidae) kommen. Meist können die Arten nur über Detailmerkmale wie Pterostigmenfarbe, Färbung des Hinterkopfs, Bereifung von S2, Form der Hinterleibsanhänge (Männchen) oder Form und Farbe des Ovipositors (Weibchen) bestimmt werden.
Glänzende Binsenjungfer – Lestes dryas
Färbung intensiver als bei Lestes sponsa.
M: Bereifung von S2 nur über obere zwei Drittel, unteres Drittel grün. Augen leuchtender blau. Untere Cerci löffelförmig verbreitert und nach innen gebogen.
W: Hinterleib deutlich dicker. Grüne Flecken auf S2 viereckig. Ovipositor überragt S10.
Kleine Binsenjungfer – Lestes virens
Unterseite des Hinterkopfes scharf abgegrenzt gelb. Pterostigmen hellbraun mit weissen Rändern.
M: S2 unbereift. Untere Hinterleibsanhänge kurz und gerade.
Südliche Binsenjungfer – Lestes barbarus
Unterseite des Hinterkopfes scharf abgegrenzt gelb. Pterostigma zweifarbig: innen hellbraun, aussen weisslich. Antehumeralstreifen auffällig breit und hell. Wirkt insgesamt heller.
M: Höchstens S10 teilweise bereift, sonst unbereift. Hinterleibsanhänge hell, untere Anhänge kurz, nach aussen gebogen.
W: Ovipositor vollständig hell gefärbt. Scheide des Ovipositors abgerundet.
Weidenjungfer – Chalcolestes viridis
Pterostigmen einfarbig hellbraun. Thoraxseite mit spornartiger Zeichnung
M: vollständig unbereift.