Coenagrion lunulatum
Familie:
Coenagrionidae
Schlanklibellen
Gattung:
Coenagrion
Azurjungfern
DE:
Mond-Azurjungfer
EN:
Crescent Bluet
Irish Damselfly
FR:
Agrion à lunules
IT:
Agrion a lunule
Wissenswertes
Coenagrion lunulatum wurde in der Schweiz 1989 zum letzten Mal nachgewiesen, ihr Verbleiben ist ungewiss. Die Art gleicht der Speer-Azurjungfer (Coenagrion hastulatum), mit der sie auch oft zusammen vorkommt. Eine blau-schwarze Azurjungfer mit unterseits grünen Augen kann sowohl Coenagrion lunulatum als auch die Speer-Azurjungfer (Coenagrion hastulatum) sein. Da die Anwesenheit von Coenagrion lunulatum mit ihrer kurzen Flugzeit im Frühling inmitten zahlreicher Speer-Azurjungfern (Coenagrion hastulatum) sehr unauffällig sein kann, ist ein verborgenes Überleben einer Schweizer Population nicht auszuschliessen. Es ist aber anzunehmen, dass diese nordöstliche Art als Folge des Klimawandels aus den südlichen Gebieten zurückgedrängt wurde. Sollte sie in der Schweiz verschwunden sein, ist nicht mit einer baldigen Neubesiedlung zu rechnen.
Merkmale
-
Gesamtlänge: 30–33 mm
Mittelgrosse und robuste Azurjungfer. Männchen und Weibchen unterscheiden sich stark und haben keine leicht erkennbaren gemeinsamen Merkmale.
Männchen
Hinterleib blau-schwarz mit hohem Schwarzanteil (S3–S4 > 75 % schwarz, S6 fast komplett schwarz) und blauem Schlusslicht. Unterseite des Körpers oft grünlich angehaucht, auch Augen- und Gesichtsunterseite grün, Zeichnung auf S2 mit Mondsichel und zwei Seitenstrichen (Achtung: variabel), Postokularflecken nicht durch blaue Linie verbunden.
Weibchen
Grundfarbe grünlich/bräunlich und schwarz, Hinterleib-Oberseite fast durchgehend schwarz mit typischen hellen blauen, grünlichen oder hellbraunen Seitenflecken an der Basis von S8, Pronotum-Hinterrand mit deutlich abstehendem Zapfen.
Jungtiere
Selbe Merkmale wie Adulte, Farben blass.
Belegfoto
Nachweise müssen sehr detailliert fotografisch belegt werden!
M: Sicht auf Abdomen-Oberseite, S2 und nach Möglichkeit Postokularflecken gut sichtbar oder Seitenansicht (Augen).
W: Sicht auf Abdomen-Oberseite, S8 und nach Möglichkeit auch Pronotum gut sichtbar oder Seitenansicht.
Verbreitung
In Europa hat Coenagrion lunulatum einen nordöstlichen Verbreitungsschwerpunkt, in Südwesteuropa gibt es nur einzelne, isolierte Vorkommen.
In der Schweiz ist die Art vermutlich ausgestorben. Der letzte Nachweis aus Thayngen (SH) stammt aus dem Jahr 1989. Ältere Beobachtungen gibt es aus dem 19. Jahrhundert aus Bern und Bätwyl (bei Burgdorf, BE).
Biologie
Phänologie
Schlupfperiode: Ende April bis Anfang Mai, sehr kurze Emergenz im Frühling.
Flugzeit: Anfang Mai bis Mitte Juli, typische Frühlingsart.
Lebensraum
Coenagrion lunulatum besiedelt meso- und eutrophe Stillgewässer mit emerser Vegetation. Oft sind es Kleingewässer eiszeitlichen Ursprungs, Torfstiche, Tongruben oder Heideweiher mit guter Besonnung, lockeren Röhrichten und teilweise Tauchblattpflanzen. Oft teilt sie sich den Lebensraum mit Coenagrion hastulatum.
Lebensweise Imagines
Coenagrion lunulatum hat ein geringes Ausbreitungsvermögen und wandert nur bei hoher Dichte ab.
Die Männchen sitzen oft am wasserseitigen Rand des Röhrichtgürtels oder auf einzelnen aus dem Wasser ragenden Röhrichtpflanzen. Weibchen kommen nur zur Eiablage ans Gewässer. Die Paarung findet häufig auch landeinwärts statt.
Zur Eiablage tauchen Weibchen und Männchen im Tandem unter Wasser. Ein Tauchgang kann bis zu 75 Minuten dauern.
Die Art schlüpft an senkrechten Stängeln an besonnten, windgeschützten Uferbereichen dicht über der Wasseroberfläche (in etwa 10 cm Höhe).
Lebensweise Larven
Coenagrion lunulatum überwintert im Larvenstadium. Die Entwicklung dauert vermutlich ein Jahr.
Gefährdung & Schutz
In Europa gilt Coenagrion lunulatum als verletzlich (VU). In der Schweiz ist die Art regional ausgestorben (RE).
Gefährdungsursachen sind in Mitteleuropa die folgenden Faktoren: Nährstoffeintrag, Klimaveränderungen sowie Verlandung und anthropogene Nutzungen (Fischbesatz, landwirtschaftliche Nutzung, usw.).
Mögliche Schutzmassnahmen: Wo Coenagrion lunulatum vorkommt, sollen Pufferzonen zu angrenzenden Landwirtschaftsgebieten eingerichtet, neue Gewässer auf nährstoffarmem Boden angelegt und Gewässer in frühen Sukzessionsstadien gefördert werden.
Status Schweiz
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Rote Liste CH:RE - Regional ausgestorben
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NHV:Geschützt
Artenschutzblatt
-
DE:
Keine
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FR:
aucun
-
IT:
nessuno
Ähnliche Arten
Die grösste Verwechslungsgefahr besteht mit Coenagrion hastulatum, mit der sie sich auch oft den Lebensraum teilt.
Speer-Azurjungfer – Coenagrion hastulatum
Im selben Habitat meist zahlreicher und mit längerer Flugzeit.
M: Augen- und Gesichtsunterseite ebenfalls grün. Schwarz-Anteil auf S3 und S4 weniger ausgedehnt (< 50% des Segments), S2 mit stumpfer schwarzer Speerspitze (Pilz) und zwei Seitenstrichen (unter Umständen sehr ähnlich wie Coenagrion lunulatum), schwarze Speerspitze auf S3, S6 nicht komplett schwarz. Postokularflecken durch blaue Linie verbunden.
W: Oberseits fast durchgehend schwarz, ohne helle Basis von S8. Pronotum-Hinterrand breit V-förmig und ohne deutlichem Zapfen.
Weitere Azurjungfern – Coenagrion spp., Gemeine Becherjungfer – Enallagma cyathigerum und Pokaljungfer – Erythromma lindenii
M: Augen- und Gesichtsunterseite blau (nicht grün), schwarze Zeichnung auf S2 nie mit zwei abgetrennten Seitenstrichen mit Ausnahme bei der Speer-Azurjungfer (Coenagrion hastulatum).
W: Abdomen-Oberseite entweder komplett schwarz oder nicht nur auf S8 mit blau. Pronotum-Hinterrand ohne sbtehenden Zapfen.