Aeshna mixta
DE:
Herbst-Mosaikjungfer
EN:
Migrant Hawker
FR:
Aeschne mixte
IT:
Aeshna mista
Dragone autunnale
Wissenswertes
Aeshna mixta ist die kleinste Mosaikjungfer (Aeshna spp.) des Tieflandes und eine der am spätesten fliegenden Grosslibellen der Schweiz. Sie sieht der viel grösseren Torf-Mosaikjungfer (Aeshna juncea) sehr ähnlich und fliegt häufig hektisch umher, sitzt jedoch zwischendurch immer wieder ab.
Merkmale
-
Gesamtlänge: 56–64 mm
Thoraxseiten braun mit zwei breiten gelben Bändern. Abdomen mit Mosaikzeichnung sowie kurzem gelbem und schwarz gerandetem Keil auf S2. Flügelvorderkante braun (nicht gelb). Kurze, gelbe Antehumeralstreifen.
Männchen
Abdomen schwarz, mit relativ grossen blauen und kleinen gelben Flecken. Bei kühlen Temperaturen sind die blauen Flecken eher dunkelviolett. Im Flug typische Körperhaltung mit leicht angehobenem Abdomen (wirkt bogenförmig). Augen blau.
Weibchen
Abdomen braun, mit gelben Flecken, die sich im Alter grünlich verfärben. Hinterleibsanhänge auffällig lang (länger als S9–S10 zusammen). Augen braun. Es kommen auch Weibchen vor, deren Färbung jener der Männchen gleicht.
Jungtiere
Hinterleibsflecken blass bläulich bis lilafarben. Augen hellgrau.
Belegfoto
Ganze Libelle von oben, S2 gut sichtbar.
W: Hinterleibsanhänge möglichst scharf abgebildet.
Verbreitung
Aeshna mixta ist in ganz Europa, ausser im hohen Norden, weit verbreitet und relativ häufig.
Als typische Tieflandart ist sie in der Schweiz unterhalb von 700 m sehr weit, aber etwas lückenhaft verbreitet.
Biologie
Phänologie
Schlupfperiode: Anfang Juli bis Mitte August, sehr selten schon ab Ende Juni, ausnahmsweise auch noch im September. Eine der spätesten Grosslibellen der Schweiz.
Flugzeit: Ende Juli bis Anfang Oktober. Vereinzelt aber auch schon ab Ende Juni und im Herbst bis Ende Oktober anzutreffen. Hochsommer- und Herbstart.
Lebensraum
Besiedelt ein breites Spektrum stehender und langsam fliessender Gewässer, die meist thermisch begünstigt sind und ein gut ausgebildetes Röhricht aufweisen. Sehr kleine Gewässer sowie Hochmoorgewässer werden gemieden. Da sich die Art zur Reifung und Jagd abseits der Gewässer aufhält ist auch eine strukturreiche Umgebung mit Bäumen, Hecken oder Ruderalfluren wichtig.
Lebensweise Imagines
Die Reifungszeit verbringt Aeshna mixta abseits der Schlupfgewässer. Auch während der Fortpflanzungszeit zieht sie weit umher. Jagd- und Ruhehabitate befinden sich ebenfalls abseits von Gewässern. Sie jagt in ruckartig hüpfendem Wellenflug, so schnell, dass sie mit einem Feldstecher kaum zu verfolgen ist.
Die Männchen patrouillieren auf der Suche nach Weibchen in schnellem und gleichmässigem Flug über dem Wasser, häufig entlang der Ufer, rütteln dabei selten. Zwischendurch setzen sich die Tiere gelegentlich auf Halmen ab. Das Paarungsrad bildet sich in der Luft. Kurz danach setzt es sich in die Ufervegetation.
Das Weibchen legt die Eier allein ab, bevorzugt in treibendes Pflanzenmaterial (Röhricht) oder nassen Uferschlamm knapp über dem Wasserspiegel.
Schlüpft nachts oder früh morgens, Exuvien findet man einzeln oder in kleineren Ansammlungen meist an Schilf, Rohrkolben, Binsen oder Seggen.
Lebensweise Larven
Aeshna mixta überwintert im Eistadium. Die Larven schlüpfen ab März aus dem Ei und entwickeln sich noch im selben Jahr. Nach den ersten Wochen auf der Unterseite der an der Wasseroberfläche treibenden Pflanzenteilen verbringen die Larven die weitere Entwicklungszeit meist in der Röhrichtvegetation oder am Grund. Sie können mit Fischen zusammenleben und bei Austrocknung des Gewässers bis zu drei Wochen im nassen Schlamm überleben.
Gefährdung & Schutz
Aeshna mixta ist weder in Europa noch in der Schweiz gefährdet (LC). Einzig durch Zerstörung des Uferröhrichts aufgrund von Freizeitaktivitäten oder durch übermässigen Fischbesatz kann die Art lokal beeinträchtigt werden.
Zur Förderung sollen intakte, gut besonnte Röhrichtbestände an grösseren Stillgewässern erhalten werden. Auf Besatz mit Fischen oder fremdländischen Krebsen ist zu verzichten.
Status Schweiz
-
Rote Liste CH:LC - Nicht gefährdet
-
Nationale Priorität:Keine
-
NHV:-
Artenschutzblatt
-
DE:
Keine
-
FR:
aucun
-
IT:
nessuno
Ähnliche Arten
Im Tiefland kann die Art mit der sehr ähnlichen, aber um einiges grösseren und selteren Torf-Mosaikjungfer (Aeshna juncea) verwechselt werden, welche ebenfalls einen braunen Thorax mit zwei gelben Bändern aufweist. Zudem kann es zu Verwechslungen mit der Blaugrünen Moaikjungfer (Aeshna cyanea), der ebenfalls kleinen und in ähnlichen Lebensräumen vorkommenden Südlichen Mosaijungfer (Aeshna affinis) oder Vertretern der Gattung Königslibellen (Anax spp.) kommen. Ebenfalls sehr ähnlich ist die Hochmoor-Mosaijungfer (Aeshna subarctica elisabethae), welche aber nur in höheren Lagen vorkommt. Auch die Alpen-Mosaikjungfer (Aeshna caerulea) fliegt nur im Gebirge.
Torf-Mosaikjungfer – Aeshna juncea
Deutlich grösser. Ohne gelben Keil auf S2. Fliegt weniger hektisch und oft ausdauernder. Flügelvorderrand gelb. Zwei gelbe Flecken hinter den Augen.
M: Lange gelbe Antehumeralstreifen. Abdomen schwarz, mit relativ grossen blauen und kleinen gelben Flecken.
W: Hinterleibsanhänge eher kurz (kürzer als S9–S10). Abdomen braun, mit gelben Flecken.
Südliche Mosaikjungfer – Aeshna affinis
Thoraxseiten einfarbig hell mit dünnen schwarzen Nähten.
M: Augen auffällig hellblau leuchtend. S2 oberseits mit typischer schwarzer Masken-Zeichnung. Abdomen mit grossen, mosaikartigen blauen Flecken, nur S1 ist seitlich gelb. Gesicht weiss. Thoraxseiten gelb.
W: S2 ebenfalls mit gelbem Keil, der aber nicht schwarz gerandet ist. Thoraxseiten gelbgrün. Hinterleibsanhänge kurz (kürzer als S9–S10).
Blaugrüne Mosaikjungfer – Aeshna cyanea
Deutlich grösser. Antehumeralstreifen sehr breit, oval, grün. Thoraxseiten meist grün mit zwei breiten schwarzen Schrägstreifen
M: Abdomen schwarz, oberseits mit grünen Flecken auf S1–S7. Mosaikflecken auf Abdomenseite und oberseits auf S8–S10 blau.
W: Abdomen braun mit grünen Flecken.
Königslibellen – Anax spp.
Deutlich grösser. Thorax einfarbig, ohne Antehumeralstreifen. Abdomen ohne Mosaikzeichnung, beinahe einfarbig oder mit dunklen Längsstreifen.