Aeshna affinis
DE:
Südliche Mosaikjungfer
EN:
Blue-eyed Hawker
Southern Migrant hawker
FR:
Aeschne affine
IT:
Aeshna affine
Dragone occhiblu
Wissenswertes
Von Grösse und Statur ist sie der häufigeren Herbst-Mosaikjungfer (Aeshna mixta) sehr ähnlich. Männchen wirken im Flug blau-gelb-blau und sind am besten an heissen Augusttagen zu beobachten. Die Art hat ihren europäischen Verbreitungsschwerpunkt im Mittelmeerraum und ist in der Schweiz nicht häufig zu beobachten.
Merkmale
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Gesamtlänge: 57–66 mm
Kleine Mosaikjungfer (Aeshna spp.) mit eher langen Pterostigmen. Die Thoraxseiten sind grösstenteils hell, die schwarzen Linien entlang der Nähte sind auffällig dünn und zierlich, trotzdem aber prominent. Kurze, helle Antehumeralstreifen. In der Färbung sind Männchen und Weibchen sehr unterschiedlich.
Männchen
Die Augen leuchten auffällig hellblau. Gesicht weiss mit kräftiger T-Zeichnung auf der Stirn. Thoraxseiten gelb/bläulich/grünlich, im Alter blau verwaschen. Abdomen schwarz mit grossen, mosaikartigen blauen Flecken, nur S1 ist seitlich gelb. S2 oberseits mit typischer schwarzer Masken-Zeichnung. Der ganze Körper wirkt darum von blossem Auge betrachtet schon im Flug blau-gelb-blau (Augen-Thorax-Abdomen). Die Farben sind intensiver als bei anderen Arten.
Weibchen
Augen olivbraun bis gelbgrün, Gesicht hell gelbbraun, ebenfalls mit T-Zeichnung auf der Stirn. Thoraxseiten gelbgrün. Abdomen hellbraun, hintere Segmente dunkler, mit mosaikartigen gelben bis gelbgrünen Flecken. S2 mit gelbem Keil, der aber nicht wie bei der Herbst-Mosaikjungfer (Aeshna mixta) schwarz gerandet ist und dadurch deutlich weniger prominent wirkt. Die Hinterleibsanhänge sind kürzer als S9 und S10 zusammen. Auch androchrome Weibchen mit Blaufärbung kommen vor.
Jungtiere
Das Abdomen von Jungtieren ist anfangs weibchenfarbig hellbraun bis fast orange. Die Grundfärbung dunkelt nach und beim Männchen erscheint später die blaue Färbung. Deshalb können reifende Männchen sowohl blaue als auch gelbe Flecken auf diffus braun-schwarzem Untergrund zeigen. Beobachtungen von Jungtieren sind jedoch selten.
Belegfoto
Ganze Libelle von oben (inkl. Flügel/Pterostigmen) oder Seitenansicht parallel zur Kamera.
Verbreitung
Aeshna affinis ist eine südliche Art mit Hauptverbreitungsgebiet im Mittelmeerraum, zeigt aber eine starke Tendenz zu Wanderungen in den Norden, wo sie, meist temporär, auch bodenständig werden kann.
In der Schweiz war sie früher sehr selten, entwickelte dann zwei grössere, wenn auch nicht ganz stabile Populationen im Raum Neuenburgersee/Seeland und im Aargauer Reusstal. Seit einigen Jahren breitet sie sich im Zuge der Klimaerwärmung im Mittelland weiter aus. Entwicklungsnachweise blieben dabei aber spärlich. Mittlerweile hat sich die Art im Mittelland etabliert. Als weitere Erklärung für diese «Zunahme» wird eine erhöhte Aufmerksamkeit für diese Art nicht ganz ausgeschlossen. Als typische Tiefland-Art wurde sie bisher in der Schweiz fast ausschliesslich unterhalb von 700 m nachgewiesen.
Biologie
Phänologie
Schlupfperiode: Juni bis Anfang Juli.
Flugzeit: Ende Juni bis Anfang September.
Lebensraum
Bewohnt sonnenexponierte flache Gewässer mit ausgeprägten Röhrichten, die im Sommer schnell austrocknen. Bei zu früher Austrocknung kann die Art Schaden nehmen. In den meisten Entwicklungsgewässern Mitteleuropas scheint Aeshna affinis zunehmend konstant vorzukommen.
Lebensweise Imagines
Die Reifungszeit wird abseits der Gewässer verbracht. Auch die geschlechtsreifen Tiere halten sich selten an Gewässern auf. Die Revierflüge des Männchens finden meist über ausgetrockneten Gewässerbereichen oder auch ganz über Land statt, ähnlich wie bei der ansonsten sehr verschiedenen Gefleckten Smaragdlibelle (Somatochlora flavomaculata). Dazwischen setzen sie sich auch auf trockene Halme und Ästchen oder auf erhöhte Bodenstellen.
Das Paarungsrad bildet sich in der Luft, nachdem das Paar kurz im Tandem geflogen ist. Die Paarung wird dann an Zweigen oder im Röhricht fortgesetzt. Auf der Suche nach geeigneten Eiablagestellen fliegt das Tandem in geringer Höhe über dem Boden.
Die Eier werden in trockenen oder feuchten Schlamm, selten in Pflanzen abgelegt. Das Paar landet dabei auf dem Boden. Das Männchen koppelt sich dann oft nach einer gewissen Zeit ab und das Weibchen legt die Eier allein ab.
Der Schlupf findet meist am Vormittag statt. Am Anfang der Saison schlüpfen vor allem Weibchen. Exuvien sind bis über 1 m hoch an Rohrkolben- oder Schilfstängeln zu finden.
Lebensweise Larven
Der Lebenszyklus von Aeshna affinis erstreckt ich über ein Jahr. Nach der Überwinterung als Ei beginnt im Frühjahr die Larvenentwicklung, die bereits nach ca. drei Monaten abgeschlossen ist. So können sich die Larven auch in Gewässern entwickeln, die im Sommer oft austrocknen.
Gefährdung & Schutz
In Europa und in der Schweiz ist Aeshna affinis nicht gefährdet (LC).
Dass sich Aeshna affinis tatsächlich auf Grund des wärmeren Klimas ausbreitet, hat sich in den letzten Jahren bestätigt, daneben wird sie vermutlich auch besser wahrgenommen und häufiger beobachtet. Zur Förderung von Aeshna affinis sollen temporär überflutete Gewässer auf jeden Fall erhalten werden. Zudem soll die Verbuschung und damit Beschattung geeigneter Entwicklungsgewässer vermieden werden. Dazu sollen diese jährlich, am besten aber erst nach der Flugzeit im September, gemäht werden. Die im Naturschutz gängige Bewirtschaftung von Streuwiesen kommt der Art also entgegen.
Status Schweiz
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Rote Liste CH:LC - Nicht gefährdet
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Nationale Priorität:Keine
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NHV:-
Artenschutzblatt
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DE:
Keine
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FR:
aucun
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IT:
nessuno
Ähnliche Arten
Aeshna affinis kann mit verschiedensten Vertretern der Edellibellen (Familie Aeshnidae) verwechselt werden. Beide Geschlechter der Blaugrünen Mosaikjungfer (Aeshna cyanea), Grossen Königslibelle (Anax imperator) und des Frühen Schilfjägers (Brachytron pratense) haben ebenfalls einfarbig grüne Thoraxseiten. Bei der Herbst-Mosaikjungfer (Aeshna mixta), Alpen-Mosaikjungfer (Aeshna caerulea) und Torf-Mosaikjungfer (Aeshna juncea) haben die Männchen ebenfalls eine vorwiegend blaue und die Weibchen eine braune Mosaikzeichnung auf dem Abdomen. Alle drei Arten haben aber dunkle Thoraxseiten mit zwei hellen Seitenbinden. Die ähnlichste Art mit vergleichbarer Grösse und Lebensraumpräferenz ist die Herbst-Mosaikjungfer (Aeshna mixta).
Grosse Königslibelle – Anax imperator
Deutlich grösser (66–84 mm). Das Abdomen ist im Flug meist typisch nach unten gekrümmt. Die Thoraxseiten sind einfarbig apfelgrün, praktisch ohne schwarze Linien. Abdomen nicht mosaikartig gefleckt, sondern mit breiter dunkler Mittellinie und zwei durchgehenden farbigen Längsbändern.
M: Augen grünlich bunt.
W: Abdomen braun und grün, ohne hellere Braun- und Gelbtöne.
Herbst-Mosaikjungfer – Aeshna mixta
Grösse und Statur sehr ähnlich. Thoraxseiten braun mit zwei auffälligen breiten Seitenbinden. Fliegt schneller und oft auch über Wasser. Pterostigmen kürzer.
M: Augen weniger leuchtend blau. Keil auf S2 gelb.
W: Gesamthaft dunklere Grundfarbe. Hinterleibsanhänge länger als S9–S10.
Torf-Mosaikjungfer – Aeshna juncea
Deutlich grösser und träger, mit zwei breiten gelben Bändern an der braunen Thoraxseite. Der Rand der Vorderflügel ist gelb gefärbt. Gelbe Flecken hinter den Augen.
M: Augen weniger leuchtend blau. Lange helle Antehumeralstreifen.
W: Dunkler braun, ohne deutlichen gelben Keil auf S2.
Alpen-Mosaikjungfer – Aeshna caerulea
Obwohl sehr ähnlich wie Aeshna affinis, von dieser leicht abtrennbar, da nur im Alpenraum vorkommend. Die Verbreitungsgebiete überlappen sich nicht.
Blaugrüne Mosaikjungfer – Aeshna cyanea
Sehr breite, ovale, grüne Antehumeralstreifen. Thoraxseiten einfarbig grün mit dicken schwarzen Linien.
M: Mosaikflecken auf S1–S7 grün.
W: Mosaikflecken auf Abdomenoberseite grün.
Früher Schilfjäger – Brachytron pratense
Frühjahrsart, fliegt von Mai bis Anfang Juli (nur sehr kurze zeitliche Überlappung mit Aeshna affinis). Thorax und Abdomenoberseite dicht behaart. Thoraxseiten mit zwei durchgehenden schwarzen Linien. S1 mit arttypischem kleinem Fleck.
M: Abdomen nicht tailliert.
W: Grundfarbe schwarz (nicht hellbraun).
Keilfleck – Isoaeschna isoceles
Beide Geschlechter ähneln dem Weibchen von Aeshna affinis. Abdomen ohne mosaikartige Flecken. Augen auffällig grün. Thoraxseiten mit zwei schrägen gelben Bändern.