Pyrrhosoma nymphula
Familie:
Coenagrionidae
Schlanklibellen
Gattung:
Pyrrhosoma
Adonislibellen
DE:
Frühe Adonislibelle
EN:
Large Red Damsel
Large Red Damselfly
FR:
Nymphe au corps de feu
IT:
Scintilla zampenere
Agrion di fuoco
Wissenswertes
Da Pyrrhosoma nymphula von allen Libellen der Schweiz als erste im Jahr zum Schlupf kommt, ist der deutsche Name Frühe Adonislibelle gerechtfertigt. Mit ihrer Vorliebe für mit Gehölzen bestandenen Ufern ist sie unter den Kleinlibellen eine typische Art der Parkanlagen und Gärten.
Merkmale
-
Gesamtlänge: 33–36 mm
Abdomen rot und schwarz. Thorax schwarz mit gelben Seiten, Antehumeralstreifen in Form eines Ausrufezeichens. Beine schwarz. Keine Postokularflecken, Pterostigmen dunkel. Männchen und Weibchen unterscheiden sich hauptsächlich in der Ausdehnung der Schwarzfärbung.
Männchen
Abdomen rot, S7–S9 mit schwarz. Antehumeralstreifen zuerst gelb, später rot.
Weibchen
Abdomen rot mit mehr Schwarzanteil als bei Männchen. Es werden vier Formen unterschieden. Forma fulvipes: ähnlich den Männchen, mit etwas mehr schwarz; f. typica und f. intermedia: S2–S6 rot mit schwarzer Zeichnung, S7–S9 mehrheitlich schwarz; f. melanotum: Körper ganz/beinahe bronze-schwarz, Antehumeralstreifen gelb.
Jungtiere
Selbe Merkmale wie Adulte, Farben blass.
Belegfoto
M/W: Sicht auf Abdomen, Beine.
Verbreitung
Pyrrhosoma nymphula ist in den mittleren Breitengraden Europas weit verbreitet und meist häufig. Einzig in Nordskandinavien und auf den meisten Mittelmeerinseln fehlt die Art. Im Mittelmeergebiet und Südosteuropa gibt es nur lokale Vorkommen.
In der Schweiz ist Pyrrhosoma nymphula nördlich der Alpen überall häufig. Sie kommt auch im Engadin, Tessin, Wallis und Rheintal vor. Die meisten Populationen liegen auf 300–700 m, die höchste auf 1950 m. Die Bestände sind stabil.
Biologie
Phänologie
Schlupfperiode: Sehr früh, Mitte April bis Mitte Mai, in höheren Lagen erst ab Mitte Juni. Der Schlupf erfolgt an einem Gewässer meist nahezu synchron.
Flugzeit: Ende April bis Mitte Juni (höhere Lagen: Juli), wird aber vereinzelt noch bis in den September beobachtet.
Lebensraum
Pyrrhosoma nymphula besiedelt verschiedene eher kühle Gewässer mittlerer Sukzessionsstadien mit unterschiedlicher Wasserqualität. Dazu gehören Weiher, Teiche, Moorgewässer, Gräben, strömungsberuhigte Stellen von Fliessgewässern, Quellgewässer und Gartenteiche. Meist sind die Gewässer locker mit Röhricht bestanden, haben mindestens kleine offene Wasserflächen und Gebüsche/Bäume in der näheren Umgebung. Kahle Pioniergewässer werden nicht besiedelt.
Lebensweise Imagines
Während der Reifungszeit halten sich die Jungtiere in strukturreicher Krautvegetation in Waldlichtungen, auf Brachland oder in Gewässernähe auf. Dabei können sie sich über grössere Distanzen verdriften lassen.
Reife Männchen warten in der Ufervegetation auf Weibchen, welche nur sehr selten ans Wasser kommen. In einer untersuchten Population paarte sich ein Drittel der Männchen nie. Die Paarung findet in der Vegetation statt und dauert 10 bis 30 Minuten.
Bei der Eiablage bleibt das Männchen meistens angekoppelt. Das Weibchen sticht die Eier wenig unter der Wasseroberfläche in Schwimmblattpflanzen oder emerse Vegetation ein. Dabei kann das Tandem auch komplett untertauchen und über eine Stunde unter Wasser bleiben.
Exuvien sind an Stängeln in der Ufervegetation oder an emerser Vegetation zu finden.
Lebensweise Larven
Pyrrhosoma nymphula überwintert im Larvenstadium. Die Entwicklung dauert ein oder zwei Jahre. Die Larven halten sich zuerst an wärmebegünstigten Stellen zwischen Wasserpflanzen und später am Gewässergrund auf. Austrocknung kann die Art nur kurzfristig überdauern, dazu verkriecht sie sich in feuchtes Bodensubstrat.
Gefährdung & Schutz
Die Art ist in Europa und in der Schweiz nicht gefährdet (LC). Trotzdem gibt es regionale Rückgänge.
Mit der Erstellung von neuen Gewässern und einer angepassten Pflege bestehender Wasser- und Landlebensräume kann Pyrrhosoma nymphula gefördert werden.
Status Schweiz
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Rote Liste CH:LC - Nicht gefährdet
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Nationale Priorität:Keine
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NHV:-
Artenschutzblatt
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DE:
Keine
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FR:
aucun
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IT:
nessuno
Ähnliche Arten
In der Schweiz gibt es nur zwei rot gefärbte Kleinlibellenarten. Somit kann Pyrrhosoma nymphula nur mit der viel selteneren Zarten Rubinjungfer (Ceriagrion tenellum) verwechselt werden.
Zarte Rubinjungfer – Ceriagrion tenellum
Beine rötlich.
M: Flügelmale rötlich, Hinterleib komplett intensiv rot, keine Antehumeralstreifen.
W: Flügelmale hell/rötlich.