• Familie: Libellulidae – Segellibellen
  • Gattung: Sympetrum – Heidelibellen
  • Art: Sympetrum danae (Sulzer, 1776)
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  • DE: Schwarze Heidelibelle
  • FR: Sympétrum noir
  • IT: Simpetro nero, Cardinale nero
  • EN: Black Darter, Black Meadowhawk

Wissenswertes

Wie die meisten Heidelibellen ist Sympetrum danae eine typische Hochsommer- und Herbstart. Die schwarz gefärbten Männchen sind im Gegensatz zu den generell rot gefärbten Heidelibellen leicht zu bestimmen. Die Art bevorzugt flache, warme Gewässer mit moorigem Charakter. Die Exuvien sind sehr klein und werden meist nur bei expliziter Suche z. B. in Binsenbulten an der Wasserlinie gefunden, oft zusammen mit anderen Heidelibellen-Exuvien.

Symdan10 M CK02
SymDan11 M CK
Symdan12 J CK01
Symdan13 M CK01
Symdan20 W CK01
Symdan21 W DK01
Symdan30 P DK01
Symdan40 J DK01
Symdan80 Z

 

Merkmale

Gesamtlänge: 29-34 mm

Eine der kleinsten Heidelibellen. Beine und Pterostigmen schwarz. Thoraxseiten gelb, mit breitem schwarzem Band und drei arttypischen gelben kleinen Flecken (bei älteren Männchen schlecht sichtbar, komplett schwarz). Männchen und Weibchen sind unterschiedlich gefärbt. Beide Geschlechter verfärben sich vom Schlupf bis ins hohe Alter relativ stark und werden dabei immer dunkler.

Männchen

Abdomen leicht keulenförmig und bei ausgereiften Tieren komplett schwarz.

Weibchen

Abdomen gelb mit seitlich je einem breiten schwarzen Längsband. Thoraxoberseite gelb mit schwarzem Dreieck. Das Gelb färbt im Alter zu braun um. Abstehende Legescheide.

Jungtiere

Selbe Merkmale wie Weibchen, sehr hell. Junge Männchen färben von gelb zu schwarz um. Dabei entstehen Zwischenformen mit schwarz-gelber Zeichnung, die an weibliche Moosjungfern erinnern können.

Belegfoto

M/W: Sicht auf Thoraxseiten.

Verbreitung

In Mittel- und Nordeuropa weit verbreitet.

In der Schweiz kommt Sympetrum danae fast überall vor. Die höchsten Entwicklungsgewässer liegen über 2000 m, der höchste Nachweis stammt von 2200 m. Unterhalb von 600 m existieren nur kleine Populationen.

 

Biologie

Phänologie

Schlupfperiode: Anfang Juli bis Ende August.
Flugzeit: Ende Juli bis Anfang Oktober.

Lebensraum

Bevorzugt werden kleine, seichte Gewässer in Mooren. Meist sind es nährstoffarme, fischfreie, saure und stark verwachsene Tümpel, Weiher und Sümpfe mit Flachwasserzonen und Kleinröhrichten. Die Gewässer sind sonnenexponiert, höchstens teilweise beschattet und führen durchgehend Wasser. Sie können im Winter auch trockenfallen (Überwinterung im Eistadium).

Lebensweise Imagines

Die Reifungszeit verbringen frisch geschlüpfte Individuen an sonnigen und windgeschützten Stellen, beispielsweise in Hochstaudenfluren, Streuwiesen oder entlang Waldrändern, teilweise auch kilometerweit vom Entwicklungsgewässer entfernt.

Reife Männchen sitzen häufig auf exponierten Pflanzen, freien Bodenstellen oder hellen Steinen, verteidigen jedoch kein Revier. Weibchen werden bis 200 m vom Gewässer entfernt aufgesucht, die Paarung erfolgt meist abseits vom Gewässer zuerst in der Luft und danach im Sitzen.

Die Eiablage findet grösstenteils im Tandem statt, wobei das Weibchen die Eier über seichtem Wasser auf Schlamm oder Torfmoos abgibt.

In wärmeren Gebieten schlüpfen die Tiere nachts, sonst meist vormittags an senkrechten Pflanzenteilen.

Lebensweise Larven

Sympetrum danae überwintert im Eistadium. Larven schlüpfen erst im März/April aus dem Ei. Danach halten sie sich in warmen Flachwasserzonen zwischen der Wasservegetation oder auf dem Gewässergrund auf. Sie sind sehr lebhaft und Fischen daher stark ausgesetzt. Ein Austrocknen der Gewässer können sie nur über kurze Zeit im feuchten Schlamm/Torfmoos überleben. Noch im selben Sommer (nach 2-6 Monaten) schlüpfen die Imagines.

Gefährdung und Schutz

Sympetrum danae ist in der Schweiz potenziell gefährdet (NT). Lokal ist sie seltener geworden. Gefährdungsursachen sind Moorentwässerung, Eutrophierung sowie die Förderung von Fischen in Weihern und Teichen und die Räumung von Wasservegetation. Europaweit ist die Art nicht gefährdet.

Prioritär ist der Erhalt von fischfreien untiefen Moor- und Grubengewässern. Verlandete Gewässer sollen regeneriert und untiefe Gewässer in Mooren und Abbaugebieten neu angelegt werden.

  • Rote Liste: NT - Potenziell gefährdet
  • Nationale Priorität: 5 - Regionale Priorität
  • NHV: -

Ähnliche Arten

Ausgefärbte Männchen sind praktisch unverwechselbar. Beide Geschlechter sind fast durchgehend an dem schwarzen Band mit den drei gelben Punkten auf den Thoraxseiten zu erkennen. Ansonsten können vor allem Weibchen und Jungtiere mit Arten der Gattung Sympetrum verwechselt werden. Vor allem junge Männchen sind auch mit weiblichen Leucorrhinia spp. zu verwechseln. Die Weibchen müssen zudem vor allem im Alter von Weibchen anderer Libellulidae wie den kleineren Arten der Gattung Orthetrum oder Crocothemis abgegrenzt werden.

Sympetrum spp. – Heidelibellen
M: Abdomen rot gefärbt.
W: Ohne breite schwarze Streifen auf den Abdomen-Seiten. Legescheide nicht abstehend (ausser bei Sympetrum striolatum und Sympetrum vulgatum; beide deutlich grösser).

Leucorrhinia spp. – Moosjungfern
W: Etwas grösser, meist seltener. Weisses Gesicht und dunkle Flecken an den Hinterflügelbasen. Thoraxseiten dunkler, nie gelb mit schwarzem Band und drei kleinen gelben Flecken.

Orthetrum brunneum, Orthetrum coerulescens – Südlicher, Kleiner Blaupfeil
W: Pterostigmen braun, Beine braun, Abdomen-Seiten hell, Thorax-Seiten mit nur wenig schwarz.

Crocothemis erythraea – Feuerlibelle
W: Ockergelber Fleck an Hinterflügelbasis. Gesamter Körper mit nur sehr wenig schwarz. Helle Beine, helle Pterostigmen, weisser Streifen zwischen Flügelbasen.