• Familie: Corduliidae – Falkenlibellen
  • Gattung: Somatochlora – Smaragdlibellen
  • Art: Somatochlora metallica (Vander Linden, 1825)
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  • DE: Glänzende Smaragdlibelle
  • FR: Cordulie métallique
  • IT: Cordulia metallica, Smeralda metallica
  • EN: Brilliant Emerald

Wissenswertes

Somatochlora metallica ist eine kräftig gebaute Smaragdlibelle, welche durch ihre metallisch grün leuchtende Körperfärbung auffällt. Sie fliegt an verschiedenartigen Gewässern, die Beobachtung von Imagines heisst aber bei dieser Art häufig nicht, dass sie sich auch im Gewässer entwickeln kann.

SomMet10 S UP01
SomMet12 M BK03
SomMet13 M CK01
SomMet14 M CK02
SomMet20 W CB
SomMet21 W CB
SomMet40 WJ SK01
SomMet61 S CB
SomMet61 S CK01

 

Merkmale

Gesamtlänge: 50-55 mm

Körper intensiv metallisch grün leuchtend (im Alter mit düsterem Kupferschimmer). Stirn oberhalb grün, unterhalb gelb. Augen leuchtend smaragdgrün. Pterostigmen gelbbraun bis braun. Abdomenbasis unterseits gelb, oberseits auf S2-S3 mit kleinen gelben Seitenflecken. Flügelbasis oft bernsteinfarben getönt. Männchen und Weibchen ähnlich.

Männchen

Abdomen zigarrenförmig (breiteste Stelle in der Mitte).

Weibchen

Abdomen zylinderförmig, gelbe Seitenflecken auf S3 grösser als beim Männchen. Flügelbasis oft stärker getönt. Legescheide sehr lang (länger als S9) und auffällig senkrecht abstehend.

Jungtiere

Augen nach dem Schlupf braun.

Belegfoto

M: Ganze Libelle von oben. / Gesicht von vorne.
W: Ganze Libelle von der Seite mit gut sichtbarer Legescheide. / Ganze Libelle von oben. / Gesicht von vorne.

Verbreitung

Somatochlora metallica ist von Mitteleuropa bis in den hohen Norden weit verbreitet. Im Mittelmeerraum fehlt sie fast vollständig. In Italien und Griechenland wird sie von der fast identischen Somatochlora meridionalis abgelöst, die bisher aber nie in der Schweiz nachgewiesen wurde.

In der Schweiz ist sie in praktisch allen Landesteilen verbreitet. Verbreitungsschwerpunkte liegen in den grossen Flusstälern und an Seen, in der Nordostschweiz und im Jura. Die meisten Beobachtungen stammen von Gewässern unterhalb 600 m, sie entwickelt sich lokal aber bis 1950 m und wurde bis 2400 m festgestellt.

 

Biologie

Phänologie

Schlupfperiode: Mitte Mai bis Mitte August (Maximum: Juni und Juli, in den höchsten Gebieten erst ab Juli).
Flugzeit: Ende Mai bis Ende September.

Lebensraum

Besiedelt in unterschiedlichen Höhenstufen verschiedenste meist stehende Gewässer, durchaus aber auch langsam fliessende Kanäle und strömungsberuhigte Stellen von Fliessgewässern. Sie bevorzugt kühles Wasser, in höheren Lagen etwa moorige Bergseen mit offenem Ufer, am Alpenrand auch grössere Seen mit tiefem Wasser, und im Tiefland steilufrige, teilweise beschattete Stillgewässer, wie Altwässer in Auen, grössere Weiher und (Fisch)teiche. Diese sind oft von Röhricht und teils oder vollständig von Wald umschlossen.

Lebensweise Imagines

Zur Reifezeit, Ruhe und Jagd ist Somatochlora metallica in meist baumreichen oder waldigen Landlebensräumen abseits des Gewässers (bis über 1 km vom Entwicklungsgewässer entfernt) zu beobachten, manchmal auch über offenem Feld.

Am Wasser patrouillieren die Männchen entlang der Ufer, im Tiefland oft an schattigen Stellen, an grösseren Seen und in höheren Lagen auch entlang vegetationsloser Bereiche. Dabei bleibt es gelegentlich mit kleinen Rüttelflügen stehen und dreht sich, im Gegensatz zu Cordulia aenea, oft um die Körperachse und fliegt dann in eine andere Richtung weiter. Bei hochsommerlichen Temperaturen fliegt die Art auch in der Dämmerung und in der Nacht.

Die Paarung wird am Wasser eingeleitet. Das Weibchen legt die Eier alleine ab. Es fliegt dazu entlang dem Ufer und sucht dort versteckte Nischen meist in schattigen Bereichen auf. Dabei rüttelt es über dem Wasser, seltener auch über dem Land, biegt die hinteren Segmente des Abdomens nach oben und versenkt die Eier durch wippende Bewegungen mit ihrer langen Legescheide wie mit einer Spitzhacke in den Boden, oder streift sie im Wasser ab.

Der Schlupf findet tagsüber statt. Die Exuvien findet man meist nahe der Wasserlinie, in offenem Gelände bis zu 2 m vom Wasser entfernt, an bewaldeten Gewässern im Tiefland auch bis zu 5 m hoch an Bäumen. Exuvienfunde sind bei dieser Art wichtig, da Beobachtungen von Imagines noch keinen verlässlichen Hinweis auf Bodenständigkeit geben.

Lebensweise Larven

Somatochlora metallica überwintert in der Regel im Larvenstadium. Späte abgelegte Eier überdauern den Winter allenfalls in Diapause. Die Larven halten sich je nach Gewässertyp in verschiedensten Substraten auf und sind an das Zusammenleben mit Fischen angepasst. Die Entwicklung dauert zwei bis drei Jahre.

Gefährdung und Schutz

Die Art gilt sowohl in Europa als auch in der Schweiz als nicht gefährdet (LC). Lokal sind Populationen durch Beeinträchtigung ihrer Fortpflanzungsgewässer gefährdet.

Ein zentrales Element ihrer Förderung besteht in naturnaher Waldwirtschaft entlang der Gewässer. Dazu kommt der Erhalt schattenspendender Uferbäume sowie einer vielfältigen Sohlen- und Uferstruktur mit Nischen und Höhlungen. Auf intensiven Fischbesatz soll verzichtet werden und grosse Angelteiche sollen nicht komplett geräumt werden. Mit Neuanlage von grösseren Stillgewässern kann die Art zusätzlich gefördert werden.

  • Rote Liste: LC - Nicht gefährdet
  • Nationale Priorität: Keine
  • NHV: -

Ähnliche Arten

Am ähnlichsten ist Cordulia aenea, welche oft zusammen mit Somatochlora metallica vorkommt, aber bedeutend früher im Jahr erscheint. Somatochlora flavomaculata ist ebenfalls eine Tieflandart und hat zudem eine sehr ähnlicher Flugzeit. Sie patrouilliert jedoch meist über Land und ist erst gegen Ende der Saison, in abgetragenem Zustand ohne deutliche gelbe Flecken, mit Somatochlora metallica zu verwechseln. Somatochlora arctica und Somatochlora alpestris sind beide kaum im Tiefland anzutreffen und überschneiden sich nur in höheren Lagen mit Somatochlora metallica.

Cordulia aenea – Falkenlibelle
Körper dunkler grün (bei frischen Exemplaren auch mit metallischem Glanz). Abdomenunterseite mit grossen weissen Flecken (S2-S3). Thorax mit langen braunen Haaren. Stirn dunkelgrün, ohne gelb. Flügelbasen mit deutlichen, safrangelben Flecken.
M: Abdomen keulenförmig (breiteste Stelle im hinteren Drittel).
W: Abdomen zylindrisch geformt, ohne abstehende Legescheide.

Somatochlora flavomaculata – Gefleckte Smaragdlibelle
Grundfarbe dunkler und weniger glänzend. Abdomen mit keilförmigen gelben Seitenflecken. Thoraxseiten mit zwei mattgelben Flecken. (Achtung: Helle Flecken an alten Tieren schlecht sichtbar). Stirn metallisch blaugrün, mit zwei gelben Seitenflecken.
M: Abdomen ebenfalls zigarrenförmig, erscheint meist schlanker als Somatochlora metallica.
W: Gelbe Seitenflecken auf Thorax und Abdomen sehr ausgedehnt. Legescheide kurz (kürzer als S9), ebenfalls abstehend.

Somatochlora arctica – Arktische Smaragdlibelle
Mittelgross, eher zierlich. Abdomen düster grünlich-schwarz ohne auffälligen Glanz. Augen leuchtend smaragd- bis olivgrün.
M: Hinterleibsanhänge zangenartig gebogen (erinnern an einen Ohrwurm).
W: S3 mit zwei grossen gelben Flecken an den Seiten. Legescheide anliegend und kaum vorstehend.

Somatochlora alpestris – Alpen-Smaragdlibelle
Mittelgross und kräftig gebaut. Grundfarbe düster grünlich-schwarz und matt glänzend. Hinterrand von S2 mit schmalem weissem Ring (teils ebenfalls an S3). Augen leuchtend smaragd- bis türkisgrün.
M: Hinterleibsanhänge doppeleckig und am Ende zusammenlaufend.
W: Weisser Ring an S2 besonders deutlich.