• Familie: Lestidae – Teichjungfern
  • Gattung: Lestes – Binsenjungfern
  • Art: Lestes macrostigma (Eversmann, 1836)
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  • DE: Dunkle Binsenjungfer
  • FR: Leste à grands stigmas
  • IT: Verdina delle saline
  • EN: Dark Spreadwing

Wissenswertes

Lestes macrostigma ist bei uns nicht einheimisch und wurde erst einmal in der Schweiz beobachtet. Meist besiedelt sie Brackwasser-Gewässer an südlichen Küsten. Deshalb ist eine Besiedlung bei uns eher unwahrscheinlich. Trotzdem könnten einzelne Individuen sporadisch beobachtet werden.

Lesmac10 M CB
Lesmac11 M CB
Lesmac20 M CB
Lesmac21 M CB
Lesmac30 P CB
Lesmac60 S CB

 

Merkmale

Gesamtlänge: 39-48 mm

Langgestreckt und schlank, gesamthaft sehr dunkel. Pterostigmen auffällig lang und dunkel. Abdomen-Grundfarbe dunkel bronzegrün. Kopf, Thorax, S1-S2 und S8-S10 blau bis dunkelviolett bereift (kann im Alter wieder abgetragen sein). Männchen und Weibchen sehr ähnlich.

Männchen

Untere Hinterleibsanhänge kurz und gerade, oft kaum sichtbar.

Weibchen

Hinterleibsende (S8-10) auffällig verdickt. Ovipositor dunkel gefärbt und überragt Segment 10 nicht.

Jungtiere

Bereits frisch geschlüpfte Jungtiere sind an der Länge des Pterostigmas eindeutig bestimmbar.

Belegfoto

M: Libelle von oben mit gut sichtbaren Pterostigmen und Hinterleibsanhängen.
W: Libelle von oben mit gut sichtbaren Pterostigmen. Ev. Ovipositor von der Seite.

Verbreitung

In Europa ist die Art sehr lückenhaft und punktuell verbreitet. Dabei hält sie sich, als typische Brackwasser-Art, weitgehend an das Vorkommen dieses Lebensraumes, hauptsächlich an südlich gelegenen Küsten.

In der Schweiz ist deshalb nicht mit einer Besiedelung zu rechnen. Es existiert bisher nur ein einziger, dazu noch ungenau dokumentierter Nachweis aus dem Tessin. Dabei kann es sich um ein wanderndes Exemplar gehandelt haben, und weitere Beobachtungen solcher sind denkbar.

Biologie

Phänologie

Schlupfperiode: Mitte Mai bis Anfang Juli (Südfrankreich).
Flugzeit: Mitte Mai bis Anfang August (Südfrankreich).

Lebensraum

Besiedelt im Küstengebiet brackige Küstengewässer, im Binnenland Salzlacken. Meist kommt sie an stehenden Flachgewässern und Sümpfen vor, die sich schnell aufwärmen, salzhaltig sind und im Sommer austrocknen. Häufig wachsen Teich- oder Strandsimse. Der hohe Salzgehalt wird toleriert, ist aber nicht Bedingung für eine erfolgreiche Entwicklung.

Lebensweise Imagines

Die Reifungszeit verbringen die Tiere nahe dem Entwicklungsgewässer. Sie dauert etwa 15 Tage.

Beide Geschlechter verbringen die Nacht am Entwicklungsgewässer. Die Männchen werden schon vor Sonnenaufgang aktiv und es bilden sich schon früh am Morgen Tandems, die dann den Tag über zusammen bleiben. Paarung und Eiablage erfolgen dann erst ab der Mittagszeit. Am späteren Nachmittag sind die Tiere am Jagen.

Die Eiablage findet immer im Tandem statt. Die Eier werden über Wasser in aufrechte Pflanzenteile etwa 10 cm über der Wasseroberfläche eingebohrt.

Exuvien sind an senkrechten Pflanzenteilen wenig über der Wasserfläche zu finden.

Lebensweise Larven

Lestes macrostigma überwintert im Eistadium. Im Frühjahr schlüpft die Larve. Über ihr Verhalten ist wenig bekannt. Noch im selben Jahr entwickelt sie sich zur Imago.

Gefährdung und Schutz

In der Schweiz wurde die Art nur einmal festgestellt. Damit zählt sie nicht zur einheimischen Fauna und ihr Gefährdungsstatus ist nicht eingeschätzt (NE).

Europaweit gilt Lestes macrostigma aber als stark gefährdet. Wichtig für diese Art sind Schutz und Erhaltung von Brackwasser-Habitaten mit natürlichem Wasserregime.

  • Rote Liste: NE - Nicht beurteilt
  • Nationale Priorität: Keine
  • NHV: -

Ähnliche Arten

Die Art ist praktisch unverwechselbar.