• Familie: Aeshnidae – Edellibellen
  • Gattung: Aeshna – Mosaikjungfern
  • Art: Aeshna mixta (Latreille, 1805)
  •  

  • DE: Herbst-Mosaikjungfer
  • FR: Aeschne mixte
  • IT: Aeshna mista, Dragone autunnale
  • EN: Migrant Hawker

Wissenswertes

Aeshna mixta ist die kleinste Mosaikjungfer des Tieflandes und eine der am spätesten fliegenden Grosslibellen der Schweiz. Sie sieht der viel grösseren Aeshna juncea sehr ähnlich und fliegt häufig hektisch umher, sitzt jedoch dazwischen immer wieder ab.

AesMix10 S AB01
AesMix11 M CK02
AesMix12 MJ BK01
AesMix13 M CK01
AesMix20 W TR01
AesMix30 P CK01
AesMix60 S CK01

 

Merkmale

Gesamtlänge: 56-64 mm

Thoraxseiten braun mit zwei breiten gelben Bändern. Abdomen mit Mosaikzeichnung und kurzem gelbem Keil auf S2. Flügelvorderkante braun (nicht gelb). Kurze, gelbe Antehumeralstreifen.

Männchen

Abdomen schwarz, mit relativ grossen blauen und kleinen gelben Flecken. Bei kühlen Temperaturen sind die blauen Flecken eher dunkelviolett. Im Flug typische Körperhaltung mit leicht angehobenem Abdomen (wirkt bogenförmig). Augen blau.

Weibchen

Abdomen braun, mit gelben Flecken, die sich im Alter grünlich verfärben. Hinterleibsanhänge auffällig lang (länger als S9-S10 zusammen). Augen braun. Es kommen auch männchenfarbige Weibchen vor.

Jungtiere

Hinterleibsflecken blass bläulich bis lilafarben. Augen hellgrau.

Belegfoto

Ganze Libelle von oben, S2 gut sichtbar.
W: Hinterleibsanhänge möglichst scharf abgebildet.

Verbreitung

Aeshna mixta ist in ganz Europa, ausser im hohen Norden, weit verbreitet und relativ häufig.

Als typische Tieflandart ist sie in der Schweiz unterhalb von 700 m sehr weit aber etwas lückenhaft verbreitet.

 

Biologie

Phänologie

Schlupfperiode: Mitte Juli bis Mitte August, sehr selten schon ab Ende Juni, spärlich auch noch im September. Eine der spätesten Grosslibellen der Schweiz.
Flugzeit: Anfang August bis Anfang Oktober, vereinzelt aber auch schon ab Ende Juni und im Herbst bis Ende Oktober anzutreffen. Hochsommer- und Herbstart.

Lebensraum

Besiedelt ein breites Spektrum an stehenden und langsam fliessenden Gewässern. Diese sind meist thermisch begünstigt und weisen ein gut ausgebildetes Röhricht auf. Sehr kleine Gewässer sowie Hochmoorgewässer werden gemieden. Da sie sich zur Reifung und Jagd abseits der Gewässer aufhält ist auch eine strukturreiche Umgebung mit Bäumen, Hecken oder Ruderalfluren wichtig.

Lebensweise Imagines

Die Reifezeit verbringt sie abseits der Schlupfgewässer. Auch während der Fortpflanzungszeit zieht sie weit umher. Jagd- und Ruhehabitate befinden sich ebenfalls abseits von Gewässern. Sie jagt in ruckartig hüpfendem Wellenflug, so schnell dass sie mit einem Feldstecher kaum zu verfolgen ist.

Die Männchen patrouillieren in schnellem und gleichmässigem Flug über dem Wasser, häufig entlang der Ufer, rütteln dabei selten. Zwischendurch setzen sich die Tiere gelegentlich auf Halmen ab. Das Paarungsrad bildet sich in der Luft. Kurz danach setzt es sich in die Ufervegetation.

Das Weibchen legt die Eier alleine ab, bevorzugt in horizontaler Lage in treibendes Pflanzenmaterial (Röhricht) oder nassen Uferschlamm.

Schlüpft nachts oder früh morgens, Exuvien findet man einzeln oder in kleineren Ansammlungen meist an Schilf, Rohrkolben, Binsen oder Seggen.

Lebensweise Larven

Aeshna mixta überwintert im Eistadium. Die Larven schlüpfen ab März und entwickeln sich noch im selben Jahr. Die Larven halten sich meist in der Röhrichtvegetation oder am Grund auf. Sie können mit Fischen zusammenleben und können bei Austrocknung des Gewässers bis zu drei Wochen im nassen Schlamm überleben.

Gefährdung und Schutz

Aeshna mixta ist weder in Europa noch in der Schweiz gefährdet (LC). Einzig durch Zerstörung des Uferröhrichts aufgrund von Freizeitaktivitäten oder durch übermässigen Fischbesatz kann die Art lokal beeinträchtigt werden.

Zur Förderung sollen intakte, gut besonnte Röhrichtbestände an grösseren Stillgewässern erhalten werden. Auf Besatz mit Fischen oder fremdländischen Krebsen ist zu verzichten.

  • Rote Liste: LC - Nicht gefährdet
  • Nationale Priorität: Keine
  • NHV: -

Ähnliche Arten

Im Tiefland ist sie mit der sehr ähnlichen, aber um einiges grösseren und selteren Aeshna juncea zu verwechseln, welche ebenfalls einen braunen Thorax mit zwei gelben Bändern aufweist. Zudem kann es zu Verwechslungen mit Aeshna cyanea, der ebenfalls kleinen und in ähnlichen Lebensräumen vorkommenden Aeshna affinis oder Vertretern der Gattung Anax (Königslibellen) kommen. Ebenfalls sehr ähnlich ist Aeshna subarctica elisabethae, welche aber nur in höheren Lagen vorkommt. Auch Aeshna caerulea fliegt nur im Gebirge.

Aeshna juncea – Torf-Mosaikjungfer
Deutlich grösser. Ohne gelben Keil auf S2. Fliegt weniger hektisch und oft ausdauernder. Flügelvorderrand gelb. Zwei gelbe Flecken hinter den Augen.
M: Lange gelbe Antehumeralstreifen. Abdomen schwarz, mit relativ grossen blauen und kleinen gelben Flecken.
W: Hinterleibsanhänge eher kurz (kürzer als S9-S10). Abdomen braun, mit gelben Flecken.

Aeshna affinis – Südliche Mosaikjungfer
Thoraxseiten einfarbig hell mit dünnen schwarzen Nähten.
M: Augen auffällig hellblau leuchtend. S2 oberseits mit typischer schwarzer Masken-Zeichnung. Abdomen mit grossen, mosaikartigen blauen Flecken, nur S1 ist seitlich gelb. Gesicht weiss. Thoraxseiten gelb.
W: S2 ebenfalls mit gelbem Keil, aber nicht schwarz gerandet. Thoraxseiten gelbgrün. Hinterleibsanhänge kurz (kürzer als S9-S10).

Aeshna cyanea – Blaugrüne Mosaikjungfer
Deutlich grösser. Antehumeralstreifen sehr breit, oval, grün. Thoraxseiten meist grün mit zwei breiten schwarzen Schrägstreifen
M: Abdomen schwarz, oberseits mit grünen Flecken auf S1-S7. Mosaikflecken auf Abdomenseite und oberseits auf S8-S10 blau.
W: Abdomen braun mit grünen Flecken.

Anax spp. – Königslibellen
Deutlich grösser. Thorax einfarbig, ohne Antehumeralstreifen. Abdomen ohne Mosaikzeichnung, beinahe einfarbig oder mit dunklen Längsstreifen.